Machen Sie mit!

Gemeinsam wollen wir durch klinische Studien vorwärtskommen.
Machen Sie mit!

Ovarialkarzinom

Auch Eierstockkrebs, Ovarialtumoren.

Der Eierstockkrebs gehört zu den aggressivsten Tumoren. Die große Gefahr bei dieser Art von Tumor besteht darin, dass er meist sehr spät entdeckt wird, da lange Zeit zunächst keine Symptome auftreten. Es ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane.

eierstockkrebs

Inzwischen zeichnen sich aber auch einige Faktoren ab, die das Risiko senken können: Dazu gehören ein jüngeres Alter der Frauen bei der ersten Schwangerschaft oder beim ersten lebendgeborenen Kind und mehrere Schwangerschaften. Nicht selten gehen bösartige Ovarialtumoren nicht ursprünglich vom Eierstock aus (sogenannter Primärtumor), sondern sind Absiedlungen (Metastasen) von Krebserkrankungen anderer Organe. Wundern Sie sich deshalb nicht, wenn Ihre behandelnden Ärzte zusätzliche Untersuchungen durchführen.

Epidemiologie
Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist eine Erkrankung, deren Auftreten mit steigendem Alter zunimmt. In mehr als zwei Drittel der Fälle wird die Erkrankung erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium entdeckt, da lange Zeit zunächst keine Symptome auftreten. Deutliche Beschwerden zeigen sich häufig erst im Spätstadium. Das relative Fünf-Jahres-Überleben liegt bei 41%. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahre. Mit jedem Altersjahr steigt die Erkrankungsrate kontinuierlich an. Etwa eine von 71 Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs.

Aufgrund der Ähnlichkeit in der Tumorentstehung und des gemeinsamen tumorbiologischen Verhaltens werden der Eierstockkrebs, Eileiterkrebs und der Bauchfellkrebs zusammengefasst und nach den identischen operativen und medikamentösen Behandlungskonzepten versorgt.

Diagnose
Die Diagnose Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) wird erst bei der Operation endgültig gesichert, auch das Tumorstadium ist erst dann genau festzustellen. Jedoch können bereits im Vorfeld einige Untersuchungen durchgeführt werden, wenn ein Verdacht besteht:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung mit Tastuntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung (transvaginale und bauch Sonographie)
  • Röntgen des Brustraums
  • Blutuntersuchungen

Untersuchungsmethoden

Sonographie (Transvaginale Ultraschalluntersuchung)
Die Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane erfolgt mit Hilfe einer Ultraschallsonde, die in die Scheide eingeführt wird (transvaginale Sonographie).  Die transvaginale Ultraschalluntersuchung wird bei Verdacht auf Ovarialkarzinom nicht immer durchgeführt. Sie ist schmerzlos und kann beliebig oft wiederholt werden, da sie die Patientin keiner Strahlenbelastung aussetzt.

Sonographie (Ultraschalluntersuchung Bauch)
Die Ultraschalluntersuchung des Bauches vermittelt einen Einblick in die inneren Organe wie Leber, Nieren, Milz und Darm. Es wird untersucht, ob sich der Tumor bereits auf eines dieser Organe in der Umgebung ausgebreitet und Metastasen gebildet hat. Das Ultraschallbild zeigt auch, ob sich in der Bauchhöhle Bauchwasser (Aszites) oder im Brustkorb zwischen Brustfell und Lunge (Pleuraerguss) krankhaft Flüssigkeit angesammelt hat.

Blutuntersuchungen
Diese geben Auskunft über den Allgemeinzustand der Patientin. Die Untersuchungsergebnisse sind im Hinblick auf eine bevorstehende Behandlung von Bedeutung. Einige Krebstypen produzieren gelegentlich Tumormarker, die dann im Blut nachgewiesen werden können, zum Beispiel CA 125. Diese Tumormarker sind jedoch nicht bei allen Patientinnen erhöht und können auch bei Gesunden über dem Normbereich liegen. Sie eignen sich daher nicht zum Screening von Krebserkrankungen und spielen für die Diagnosestellung nur eine untergeordnete Rolle. Sie dienen vor allem der Verlaufskontrolle im Rahmen einer Chemotherapie bei Rückfällen. In der Nachsorge werden Tumormarker gelegentlich herangezogen, da ihr Ansteigen auf einen Rückfall hinweisen kann. Für die klinische Routine ausserhalb von Studien spielen Tumormarker in der Regel keine Rolle.

Behandlungsmethoden

Die entscheidenden Behandlungsverfahren bei Eierstockkrebs sind:

  • Radikale Operation mit dem Ziel, das gesamte vom Tumor befallene Gewebe zu entfernen.
  • Chemotherapie
  • Antikörpertherapie

Operation
Bei der Operation wird ein Längsbauchschnitt vorgenommen. Um die Diagnose zu sichern, wird zunächst der befallene Eierstock entnommen und zur Untersuchung in die Pathologie gegeben. Der Pathologe untersucht das Gewebe noch während der Operation feingeweblich und teilt mit, ob es sich tatsächlich um Eierstockkrebs handelt. Nur bei gesicherter Diagnose, das heisst, wenn es sich nachweislich um Eierstockkrebs handelt, wird entsprechend der Leitlinien weiter operiert.
Ziel der Operation ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. Dazu werden in der Regel beide Eierstöcke und Eileiter, die Gebärmutter, das große Bauchnetz und Teile des Bauchfells entfernt. 
Das weitere Ausmass der Operation richtet sich nach der Ausdehnung des Tumors und dem Tumortyp. So müssen beispielsweise mitunter auch Teile des Darms oder der Blinddarm entfernt werden, um den Tumor vollständig zu beseitigen. Wenn nur ein Eierstock befallen und der Tumor sehr begrenzt und wenig aggressiv ist, kommt bei dringendem Kinderwunsch eine fruchtbarkeitserhaltende Operation in Frage. Dabei werden die Gebärmutter und der andere Eierstock belassen, um ihre Fruchtbarkeit zu erhalten. Alle anderen Operationsschritte müssen allerdings durchgeführt werden.

Da es sich um eine sehr ausgedehnte Operation handelt, sollte sie in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden, in dem hinreichende Erfahrungen vorliegen. Dadurch steigen die Chancen, dass alle Herde im fortgeschrittenen Stadium komplett entfernt werden können. Neben dem Tumorstadium ist dies der wichtigste Faktor im Hinblick auf die Prognose und das Überleben.

Chemotherapie
Liegt nach der Operation der feingewebliche Befund vor, wird mit der Patientin die unterstützende (adjuvante) Chemotherapie besprochen. Auf diese kann nur in seltenen Fällen verzichtet werden. Lediglich bei Tumoren in einem ganz frühen Stadium ist keine zusätzliche Chemotherapie notwendig.

Die Chemotherapie zielt darauf ab, eventuell noch im Körper vorhandene Krebszellen durch Zytostatika abzutöten. Zytostatika wirken gut gegen rasch wachsende Zellen. Welche Chemotherapie in Frage kommt, hängt von der körperlichen Verfassung und von eventuellen Begleiterkrankungen ab. Die Standardtherapie bei Eierstockkrebs besteht aus einer Kombinationstherapie mit zwei Medikamenten (Carboplatin und Paclitaxel), die sechsmal in einem Abstand von drei Wochen gegeben werden.
Im fortgeschrittenen Stadium kann entsprechend den aktuellen Leitlinien zusätzlich auch der Antikörper Bevacizumab oder ein PARP-Inhibitor verabreicht werden, um die Zeit bis zu einem Rückfall zuverlängern.

Antikörpertherapie
Aktuelle Studien konnten zeigen, dass durch das Hinzufügen des Wirkstoffes Bevacizumab zur oben genannte Chemotherapie die Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung verlängert werden kann. Bevacizumab ist eine so genannte „zielgerichtete Therapie“. Bevacizumab behindert diese Neubildung von Blutgefässen, womit die Blutzufuhr zum Tumor reduziert wird. Die Antikörpertherapie mit Bevacizumab wird für die Behandlung des fortgeschrittenen Eierstockkrebses von den Krankenkassen übernommen.

Wie wird ein Rückfall (Rezidiv) behandelt?
Trotz Operation und Chemotherapie kann es zu einem Rückfall der Erkrankung (Rezidiv) kommen. Kann die Krankheit nicht mehr geheilt werden, richtet sich die Therapie darauf, den Tumor so lange wie möglich zu stoppen, Beschwerden zu lindern und die Lebenszeit zu verlängern. Je nachdem, wann und in welcher Form der Rückfall auftritt, kann erneut operiert und anschliessend eine platinhaltige Kombinationschemotherapie durchgeführt werden. Eine Operation wird beispielsweise empfohlen, wenn gute Aussichten darauf bestehen, den Tumor wiederum vollständig zu entfernen, und wenn die Patientin in einer guten Allgemeinverfassung ist. Die Patientin profitiert von einer erneuten Operation nur dann, wenn alles auffällige Gewebe entfernt wird.

Tritt der Rückfall früher als ein halbes Jahr nach der Operation und dem Abschluss der ersten Chemotherapie auf, scheint der Tumor nicht ausreichend auf die platinhaltige Chemotherapie angesprochen zu haben. Deshalb wird in diesem Fall das Medikament gewechselt. In dieser Situation kommen Chemotherapien mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin oder Topotecan oder Paclitaxel (wöchentlich) zum Einsatz. Wenn bei der Ersttherapie kein Bevacizumab verabreicht wurde, können entsprechend der Zulassung die oben angeführten Chemotherapien mit dem Antikörper Bevacizumab kombiniert werden.

Wichtig ist, nach der Möglichkeit einer Teilnahme an klinischen Studien zu fragen, da die Studienteilnahme ein Qualitätsmerkmal und auch prognostische Bedeutung für die Patientin haben kann.

 

Entscheidungsweg

Welche Therapie im Einzelfall durchgeführt wird, hängt insbesondere von Sitz und Grösse des Tumors und dem Alter und der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin ab. Wichtig ist, dass Sie mit Ihren behandelnden Arzt/Ärztin ausführlich über den Befund und die Heilungschancen (Prognose) Ihrer Erkrankung sprechen. Lassen Sie sich die verschiedenen Therapiemöglichkeiten genau erläutern, die für Sie in Frage kommen, und informieren Sie sich auch über die Möglichkeit einer Teilnahme in klinische Studien. Gut durchdachte und gut durchgeführte klinische Studien sind die einzige Möglichkeit, die tatsächliche Wirksamkeit eines vielversprechenden neuen Wirkstoffs oder einer Intervention, die untersucht wird, zu bestimmen.

Die enormen Fortschritte bei der Behandlung von Krebs im Kindesalter sind das direkte Ergebnis klinischer Studien. Mehr als 60 Prozent der krebskranken Kinder nehmen an klinischen Studien teil, aber nur 3% der krebskranken Erwachsenen. Bei Kindern mit Kebserkrankungen konnte der Therapieerfolg massgeblich durch gute Forschungsergebnisse gesteigert werden. Wir wünchen Ihnen als Erwachsene den gleichen Erfolg, den wir bei den Kindern erleben. Aus diesem Grund empfehlen wir die Teilnahme an einer Studie.

Sollte die Teilnahme an klinischen Studien der NEUE Behandlungsstandard für Frauen mit Eierstockkrebs sein?

Machen Sie mit!

 

Krebsarten Klinische Studien FAQ Glossar

Adresse

Swiss GO Trial Group
Gynäkologische Onkologie
Frauenklinik
Universitätsspital Basel
Spitalstr. 21
4031 Basel

Kontakt Info

Tel:  +41 61 265 75 00
Fax: +41 61 265 93 22

E-mailDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Swiss GO Logo
© Swiss GO Trial Group, Basel